Holzpellets nach Preistief im April stark nachgefragt

28.04.23 • 16:00 Uhr • HeizPellets24 News • Oliver Klapschus

Die Holzpelletpreise in Deutschland sind im April auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2021 gefallen! 324 Euro je Tonne im Bundesdurchschnitt bedeuteten ein 16-Moants-Tief. In Österreich und der Schweiz erreichten die Preise für Holzpellets den tiefsten Stand seit einem Jahr. Die Nachfrage ist weiterhin ungebrochen hoch. Vor allem der Onlinemarkt boomt. Im ersten Quartal 2023 wurden ebenso viele Pellets über HeizPellets24 gehandelt, wie im kompletten ersten Halbjahr 2022.

Kontinuierlich sinkende Preise und niedrige Lagerbestände in den ca. 700.000 deutschen Haushalten, die ganz oder teilweise mit Holzpellets heizen zogen in den ersten vier Monaten des Jahres 2023 immer wieder Käufer in den Markt. Gleichzeitig gab es aufgrund der Erfahrungen des Vorjahres, in dem die Holzpelletpreise unterjährig stark schwankten einen verstärkten Trend zu Online-Preisvergleich. Verbraucher beschäftigen sich deutlich intensiver mit den Preisunterscheiden zwischen unterschiedlichen Anbietern und vor allem mit der Preisentwicklung über die Zeitachse. Nach den vorübergehenden Horror-Preisen von bis zu 800 Euro je Tonne Holzpellets im Spätsommer 2022 sind die Pelletpreise Im Frühjahr 2023 zurück in normalen Gefilden. Auch wenn die Notierungen Ende April einen kleinen Anstieg auf 335 Euro je Tonne verzeichnet haben, können sich die Brennstoffkosten auch im Vergleich zu anderen Energieträgern durchweg sehen lassen. 335 Euro je Tonne Pellets entsprechen umgerechnet auf den Energieinhalt ca. 67 Cent je Liter Heizöl oder 6,7 Cent je kWh Erdgas. Es gilt die Faustformel 1:2. Zum Vergleich: Heizöl kostet aktuell ca. 90 Cent je Liter und Neuverträge für Erdgas sind für ca. 10 Cent je kWh zu haben. Der nachwachsende Holzbrennstoff ist damit wieder deutlich preiswerter und ein ähnlicher Preisberg wie im letzten Jahr ist entsprechend der Angebotslage kaum zu befürchten.

Trotz der in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Anzahl an Pelletheizungen prognostiziert das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) auch für 2023 eine Pelletproduktion, die über dem Verbrauch liegt. Einer Produktion von 3,7 Mio. Tonnen steht demnach eine Nachfrage von 3,5 Mio. Tonnen in Deutschland gegenüber. Die Produktionskapazität wird mit 4,1 Mio. Tonnen noch einmal deutlich höher angegeben. Preistreibende Angebotsengpässe, wie sie im Spätsommer 2022 und 2016 zu beobachten waren, sind entsprechend kein Thema. Mit Blick auf das Verbraucherverhalten geht der Trend allerdings zur Vorsicht. Bereits der relativ kleine Preisanstieg im April triggerte eine neue Bestellwelle.

War das der Tiefpunkt, oder wie geht es im Sommer weiter? Kunden mit Bedarf an Holzpellets sollten den Markt nun genau beobachten. Die Entwicklung steuert auf eine entscheidende Phase zu und es geht um die Frage: Löst sich der Preisanstieg von Ende April in Wohlgefallen auf und nehmen die Pelletpreise Kurs auf ein typisches Sommerpreistief, oder dreht der Marktpreis aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage frühzeitig nach oben. Ein Korridor von 350 bis 400 Euro je Tonne Holzpellets in Deutschland wäre dann vorstellbar. Nach unten dürfte das Abwärtspotential im günstigsten Fall weitere ca. zehn Prozent betragen, woraus sich ein Zielpreis von 300 Euro je Tonne ergibt. Kunden, die spekulieren wollen, sollten sich neben einem oberen und unteren Preislimit (z.B. 300 / 350 Euro je Tonne) auch ein Zeitfenster definieren (z.B. das Ende der Sommerferien). Mir den ersten kalten Nächten im Herbst ziehen Nachfrage und Preis für Holzpellets für gewöhnlich an. - ok -

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